2.000 Sportler beim Sportabzeichentag aktiv

 

Mit einem bunten Sportfest in Brandenburg an der Havel feiert die diesjährige Sportabzeichen-Tour ihr großes Finale.

Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel bei Höchsttemperaturen um die 18 Grad bescherten den über 1.500 aktiven Teilnehmern bei der Sportabzeichen-Tour am 22. September im Stadion am Quenz optimales Sportwetter. Am Vormittag beherrschten rund 1.000 Kinder und Jugendliche aus zehn Schulen das Bild. Sie sorgten von Anfang an für eine tolle Atmosphäre.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann, sagte zu Beginn als Schirmherrin der Veranstaltung: „Es ist wichtig, dass Kinder sich bewegen. Deshalb tun wir sehr viel für den Sport. Wir haben bei 72.000 Einwohnern 10.000 Mitglieder im Stadtsportbund. Dieses Engagement für den Sport spiegelt sich hier bei der Veranstaltung wider."

Tipps von echten Profis

Besonders begeistert wurde von den Kindern und Jugendlichen in Brandenburg an der Havel Frank Busemann empfangen. Der Gewinner der Olympischen Silbermedaille im Zehnkampf von Atlanta 1996 hatte als kinder+Sport-Botschafter im Vorfeld mit den Klassen 5 und 7 des von-Saldern-Gymnasiums für das Deutsche Sportabzeichen trainiert. Natürlich freuten sich die Schülerinnen und Schüler, „ihren" Coach im Stadion wiederzusehen.

Genau wie Frank Busemann gaben auch der mehrmalige Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer als Sportbotschafter der Sparkassen-Finanzgruppe und Stuntfrau, Model und Moderatorin Miriam Höller als Sportabzeichen-Botschafterin von Ernsting's family den Kindern Tipps für ihre Sportabzeichen-Prüfungen. Alle drei Unternehmen gehören wie die Krankenkasse BKK24 zu den Nationalen Förderern des Deutschen Sportabzeichens.

Ein Zeichen für Inklusion und Integration im Sport

Unterstützt wurden die Sportbotschafter in Brandenburg an der Havel außerdem von Martina Willing, der dreimaligen Paralympics-Siegerin im Speerwerfen. Das Tour-Finale in Brandenburg an der Havel stand ganz im Zeichen von Inklusion und Integration. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Landessportbund Brandenburg, der Stadtsportbund Brandenburg an der Havel, die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V., das lokale Bündnis für Familien und der VfL Brandenburg hatten sich gemeinsam für diesen Schwerpunkt entschieden. Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Aktion Mensch.

Zum ersten Mal hatten in Brandenburg an der Havel Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, das Deutsche Sportabzeichen abzulegen. Entsprechend ihrer Beeinträchtigung werden die Sportler individuell in einzelne Klassifizierungen eingeteilt. Somit haben sie eine faire Chance, sich Bronze, Silber oder Gold zu erkämpfen. Im Vorfeld der Veranstaltung wurden 14 Prüfer für das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit und ohne Behinderung ausgebildet.

„Die Veranstaltung zeigt wie bunt unsere Gesellschaft ist", sagte Matthias Pietschmann, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V. „Ich habe hier Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen mit und ohne Behinderung, mit Flüchtlingen und sogar mit prominenten Sportlern. Wenn wir eine inklusive Gesellschaft werden wollen, dann müssen wir so etwas wie heute noch viel öfter machen."

Pietschmann begleitete eine Gruppe von 26 Mitarbeitern und sechs Helfern der Lebenshilfe, die das Event unterstützten und auch selbst das Deutsche Sportabzeichen ablegen wollten, unter ihnen Jörg Hübener. Er sitzt im Rollstuhl und arbeitet für den Online-Buchversand der Lebenshilfe "Schmökerhöker". Am Vormittag war er als Helfer im Bereich Werfen eingeteilt.  Gefragt war hier vor allem eine laute und starke Stimme. Er musste die gemessene Weite mit Rufen an die Sportabzeichen-Prüfer weitergeben, bei der Geräuschkulisse im Stadion keine leichte Aufgabe. Auch ihm gefiel die Veranstaltung. Am Nachmittag, „wenn der Job erledigt ist", wollte er auch selbst einige Sportabzeichen-Disziplinen ausprobieren. Die Schwimmfähigkeit nachzuweisen ist für ihn kein Problem. Er schwimmt regelmäßig im Verein. Außerdem macht er beim Tanz-Theater-Projekt „Anders" mit.

„Am meisten habe ich von Kindern und Menschen mit Handicap gelernt"

Moderiert wurde die Veranstaltung von Andree Pfitzner. Dass der Radio-Bremen-Moderator 2014 bei der Sportabzeichen-Tour landete, ist keine Überraschung. Der Bezug zu Sport und zu Kindern ist Teil seiner Biografie. Bundesweite Bekanntheit erlangte er durch Moderationen beim KiKA und der ZDF-Fernsehshow „TKKG-Der Club der Detektive“.

„Ich habe keine Olympiamedaille gewonnen“, sagte er, „aber seit meiner Kindheit immer Sport im Verein betrieben: Judo, Fußball und Volleyball“. Weil sich jedoch Mannschaftssportarten mit regelmäßigen Trainingszeiten nicht mit seinem Job als Moderator vertragen, geht er mittlerweile alle zwei Tage Schwimmen.

Dass Brandenburg an der Havel als Schwerpunktthemen Inklusion und Integration aufgreift, begrüßte Pfitzner, der unter anderem auch die Abschlussfeier bei den nationalen Spielen der „Special Olympics 2010“ in Bremen moderierte. „Hier kommen Menschen mit und ohne Behinderung ohne Vorbehalte zusammen, um gemeinsam Sport zu machen. Das Wichtigste was ich übrigens für meinen Beruf gelernt habe, habe ich nicht von Moderationstrainern erfahren, sondern von Menschen mit Handicaps und von Kindern – nämlich: Sensibilität, Authentizität und den Mut, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen.“

Dass er selbst das Deutsche Sportabzeichen macht, ist für Pfitzner Ehrensache. 2015 schaffte er Silber, im Jahr darauf beim Tourstopp in Weißwasser Gold. In Brandenburg an der Havel sollte es wieder Gold werden. Das hatte er sich fest vorgenommen.

Ein Wettbewerb jagt den nächsten

Ab 14 Uhr standen in Brandenburg die Prüfstationen für das Deutsche Sportabzeichen kostenlos für alle offen. Teilnehmer, die den für das Deutsche Sportabzeichen erforderlichen Schwimmnachweis erbringen wollten, konnten einen Busshuttle vom Stadtsportbund und der Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V. zwischen dem Stadion am Quenz und dem Marienbad in Brandenburg nutzen. 

Den ganzen Tag über herrschte in Brandenburg an der Havel auch außerhalb des Deutschen Sportabzeichens Wettkampfstimmung. Am Vormittag gewann Paulchen von der Kinderintensivpflege den Maskottchen-Lauf vor Fritzi (Brandenburgische Sportjugend), DOSB-Maskottchen Trimmy und eddy energy (Stadtwerke Brandenburg). Die prominenten Gäste traten im Rollstuhlsprint gegeneinander an. Hier siegte Frank Busemann vor Miriam Höller, Andreas Dittmer und der zehnjährigen Emily.

Um 14.30 Uhr startete das Street Soccer Turnier, bei dem unter anderen auch eine Mannschaft der Lebenshilfe und Geflüchtete an den Start gingen. Gleichzeitig stellten sich die Ehrengäste bei "Challenge the Champions" Herausforderern aus dem Publikum. Unter ihnen DOSB-Vizepräsident Gudrun Doll-Tepper, die unter anderem beim Disc-Golf mitmachte. Sie bedankte sich bei der Stadt und dem Stadtsportbund Brandenburg an der Havel sowie dem Landessportbund Brandenburg mit allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die hervorragende Organisation.

Den Abschluss bildete die Stadtmeisterschaft im 5.000-Meter-Lauf, die um 18 Uhr gestartet wurde.

 

(Text: Wirkhaus; Fotos: Meike Engels)

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